warum ein neues leitbild?

In den zwei Jahren des Bestehens der IDEE, hat uns die Realität gezeigt, dass wir mit unserem ersten Leitbild etwas zu kurz gegriffen haben. Wir haben uns ausschließlich auf die Wirtschaft mit ihren Betrieben und eventuell noch auf die Institutionen der Gesellschaft  beschränkt. In der praktischen Arbeit merken wir aber, dass es darüber hinaus noch Aufgaben für uns gibt, denen wir uns ja schon in der Präventivpsychologie gestellt haben. Es geht also im neuen Leitbild wieder um die ursprüngliche gesellschaftsorientierte Sicht der Prävention. Da wir auf die Reize der derzeitigen Umwelt reagieren, um Verbesserungen anzustreben, zeigt sich, dass wir in unseren vier Projekten, die wir in dieser Zeit entwickelt haben, vier Eckpunkte der gesellschaftlichen Probleme angefasst haben. Wir werden diese Projekte ausführlich beschreiben und auch den Hintergrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung.

Gesellschaftliche Situation

Wir alle erleben unser Zeitalter als eine Epoche des Umbruchs und der Veränderung der alten Paradigmen. Es ist die Zeit, wo Altes zerbricht und Neues entsteht. Dieses Neue ist zwar noch ein schwaches Pflänzchen, doch es wird täglich stärker, vor allem dadurch, dass die Grenzen der alten Paradigmen in vielen Bereichen für uns alle spürbar werden. Bisher konnten wir uns noch über Vieles hinwegschwindeln, wenn wir es nicht sehen wollten. Doch diese Zeit ist vorbei. Sehen wir sind uns z.B.  die Katholische Kirche an, die in ein Kreuzfeuer von Aufdeckung ihrer Schatten gekommen ist, wie wir das nie zuvor erlebt haben. Auch die Finanzwirtschaft steht auf dem Prüfstand und kann nicht standhalten. Institutionen, die uns bisher Stabilität und Sicherheit gaben, zerbröseln unter unseren Augen. Das macht vielen Menschen, die das noch nicht sehen wollen, Angst. Es sind aber nicht nur die weltweiten Skandale, die uns erschüttern, sondern auch die noch nie dagewesenen Naturkatastrophen, die teilweise von den Menschen verschuldet wurden, teilweise aber endzeitlichen Charakter haben. Die so sichere „Schöne Neue Welt“ (siehe Aldous Huxley), die wir uns aufgebaut haben, kracht in allen Fugen. Unsere Einstellung den Menschen, den Tieren und der Natur gegenüber, die uns bis jetzt Wohlstand und ein völlig neues Lebensgefühl vermittelt hat, kommt unter Beschuss. Wir müssen uns überlegen, ob wir mit dieser egozentrischen, brutalen Art die Dinge zu benützen uns eigentlich langfristig mehr schaden als nützen.

Es hilft uns jetzt nicht mehr, oberflächliche Veränderungen anzustreben, wir müssen in allen Bereichen grundlegend andere Werte und Einstellungen leben. Es geht ja nicht mehr um philosophische Diskurse, sondern um das Überleben unseres Planeten. Wenn wir so etwas vor einigen Jahren erwähnt hätten, wären wir ausgelacht worden. In den letzten fünf Jahren haben wir gelernt umzudenken, da wir Dinge erleben, die bisher nur in den heiligen Schriften vieler Religionen als Endzeit beschrieben wurde.

Nach diesen Katastrophen wird oft - so wie der Geheimen Offenbarung – ein tausendjähriges Reich des Friedens angekündigt. Das sind die eigentlichen Visionen, die uns Mut und Zuversicht geben sollten. Nach einer harten und extremen Zeit, verändert sich Vieles. Doch das geschieht nicht von allein,  wir müssen kräftig mithelfen. Wir müssen unsere Einstellung uns selbst und der Schöpfung gegenüber ändern. Wir sind nicht die Herren der Schöpfung, sondern ihre Diener. Wir müssen uns aber auch bewusst werden, dass wir Geschöpfe sind, die auf drei Ebenen Kräfte und  Verpflichtungen haben. Auf der ersten und untersten Ebene ist die Sorge um unseren Körper und sein Wohlbefinden im Vordergrund, im weitesten Sinn aber die Schöpfung und damit unser ganzer Planet. Nicht nur den Geschöpfen gegenüber haben wir Verantwortung auch gegenüber der unbelebten Natur, wie wir das im Ressourcen -  Verbrauch beobachten können. Es ist die Sachebene, die wir verantwortungsbewusst pflegen müssen. Doch hier zeigt sich bereits, dass wir unsere Ethik an der  belebten und unbelebten Natur ausrichten müssen.
  
Die nächste Ebene ist jene der Seele, die wir noch immer sträflich vernachlässigen, wie ich das in meiner Arbeit mit Menschen und in der  Wirtschaft beobachten kann. Die emotionale Ebene, Gegenstand der eher jungen Wissenschaft - der Psychologie, ist noch immer ein Stiefkind unserer Gesellschaft. Sie ist auf Sichtbares und Wägbares konzentriert. Gefühle werden noch immer in unserer „Männergesellschaft“ vernachlässigt, ja oft sogar verachtet. Doch auch hier gibt es schon neue Trends und ein Licht am Horizont.  
 
Die dritte Ebene ist  jene des Geistes. Sie wurde bisher von den Religionen als ihr ureigenster Gegenstand behandelt. Doch die organisierten Religionen verlieren immer mehr an Bedeutung in unserer westlichen Welt. Glaube verliert an Bedeutung und hat bei vielen Menschen keinen Einfluss mehr auf ihr Denken und Verhalten. Doch auch hier kommt es bereits zu einer Trendwende. Viele Menschen spüren eine Sehnsucht nach dem Spirituellen, da sie von einem Leben, das nur Körper und Seele berücksichtigt, leer und frustriert zurückbleiben.

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